Die Landschaft

Die Landschaft des Gürbetals ist durch Gletschertätigkeit vor langer Zeit entstanden und von Menschen mitgestaltet worden.
Landschaftliche Besonderheiten des Gürbetals sind die Molassefelsen der Längen- und Belpbergs, klein und selten das Muttli, die eigentliche Gürbe, die Weite der Gürbetalebene.

Die Römer begannen im Gürbetal den Hang zu besiedeln. Die damals versumpfte Ebene wurde nach Möglichkeit gemieden. Vereinzelte Talquerungen waren die einzigen Berührungspunkte mit dem sumpfigen Moor. An den Hangflanken errichteten sie wichtige Erschliessungsachsen, welche übers Simmental ins Wallis, ins Oberland und über Wahlern ins Freiburgerland reichten. Viele heutige Ortsnamen haben ihren Ursprung aus dieser Zeit: Belp, Toffen, Rümligen, Gurzelen, Thurnen, Hermiswil und Kehrsatz. Thurnen und Belp dürften die ältesten Siedlungen im Gürbetal sein.

Im vierten Jahrhundert wurde das Tal von den Allemannen aus dem Norden und den Burgundern von Westen her bedrängt. Erst im achten Jahrhundert trat dann wieder Ruhe ins Tal. Neue Dörfer wurden angelegt und vorhandene ausgebaut. Dörfer mit den Endungen -ingen, -rod, -ried und -wil (Wattenwil, Gelterfingen) entstanden. Ebenfalls entstand in dieser Zeit die hofweise Kolonisation (Dreifelderwirtschaft) der Anhöhen von Belpberg, Längenberg und der Amsoldinger Platte.


Die Natur

Die markanten Hügelzüge von Längenberg und Belpberg prägen das Gürbetal. Im mittleren Teil des Gürbetals fallen die beiden Sandsteinfelsen auf. Der Name Guetebrünne (auf der Längenberg-Seite) stammt von den zahlreichen Quellen, die unterhalb des Felsens im Wald entspringen. Die Chramburgflue der Belpbergseite ist trockener und etwas kleinflächiger.

Beide Felslandschaften gehören zu den Talflanken, welche teilweise als Weideland bewirtschaftet werden und wertvolle Hecken enthalten. Die Talflanken sind typische räumliche Elemente der Landschaft des Gürbetals.

Feuchtgebiete waren früher verbreitet im Gürbetal, nur wenige sind erhalten geblieben. In der Gemeinde Burgistein gibt es auf dem Hochplateau des Muttlenbodens eine kleine Fläche mit feuchtigkeitsliebenden Pflanzen im intensiv bewirtschafteten Kulturland. Im Muttli finden wir unter anderem verschiedene Seggen, gelb leuchtende Sumpfdotterblumen, zartrosa blühenden Sumpfbaldrian und als Besonderheit den weissen Fieberklee.

Die Gemeinde Burgistein hat 1976 das Muttli als Gemeinde-Naturschutzgebiet erklärt.